Yoga & Psychologie

2 Wege mit dem gleichen Ziel

Lange habe ich überlegt, ob und wenn ja, wie man die westliche Psychologie und Yoga zusammenbringen könnte oder überhaupt sollte. Ich mag keine Yogaklassen, in denen zu viel psychologisiert und übermäßig lange philosophiert wird, und dennoch berührt auch ein vordergründig sehr köperbezogener Yoga Stil alle Ebenen des menschlichen Seins: Körper, Seele und Geist. Genauso wie eine moderne Psychotherapie-Sitzung. In beiden Fällen bist Du im Anschluss, körperlich entspannter, emotional gelassener oder sogar heiter, geistig ausgeruhter oder auch ein Stück befreiter von den einzwängenden Mustern.

Geraldine Coster ist sich in ihrem Buch „Yoga und Tiefenpsychologie“ sicher, dass beide, der Schüler der Psychologie und des Yoga, ihr Vorhaben beginnen, weil sie, mehr oder weniger bewusst, mit ihrer eigenen Haltung im Leben unzufrieden sind. Beiden wird eine vorbereitende Schulung tiefer Entspannung des Denkens und Fühlens vorgeschrieben, in der die Verhärtungen ihrer Gedanken und Gefühle – eine Folge ihrer Erziehung und Umgebung – gelöst werden.

In jedem Fall ist sicher, dass der Yoga Schüler sowie der Schüler der Psychologie ein Unbefriedigter ist, ein Suchender! Und das ist doch etwas Schönes. Es gibt also eine Ahnung in beiden Aspiranten, dass es um mehr geht, dass das Leben reicher, tiefer, bunter, entspannter, ja schlicht weg glücklicher sein könnte.

Jede Suche beginnt mit dem ersten Schritt, anhalten und nach innen gehen, darin sind sich alle einig, ob Philosophen, Psychologen, Yogis oder auch die großen Weltreligionen.

Johann Wolfgang Goethe beschreibt es folgendermaßen:

„Sofort nun wende Dich nach innen, das Zentrum findest Du da drinnen, woran kein Edler zweifeln mag.“

Oder wie Sadhguru (einer der bedeutendsten Gurus und Yogalehrer in Indien zurzeit) sagt:

„Suche nicht nach einem Ausweg aus dem Elend. Suche nicht nach einem Ausweg aus dem Leiden. Es gibt nur einen einzigen Weg – und der führt hinein. Nach innen!

Fangen wir also an, ob auf der Yogamatte oder in der Psychotherapie-Sitzung! Kommen wir an im Hier und Jetzt, in dem, was jetzt gerade ist.

Halte einen Moment inne! Schließe die Augen und wenn Du magst, dann lächele Dir zu!