Was ist Yoga?

Wenn man jemandem erzählt, dass man Yoga macht, bekommt man meist die Antwort: Oh, das wäre nix für mich, ich bin viel zu steif. Oder, dieses Om und Shanti Shanti Shanti, das ist mir zu esoterisch. Allgemein kann man sagen, dass Yoga für die einen ein Fitnesstraining ist, für die anderen eine (Körper-) Therapie und für wieder andere ist es eher ein Lifestyle, der viele Ebenen umfasst.

Vielleicht entspringen diese vielen Beschreibungen ja auch den unterschiedlichen Strömungen des Yoga. Schauen wir uns diese doch einmal etwas genauer an. Da gibt es das Hatha Yoga, eine körperbezogene Praxis. Hier stehen die Reinigung des Körpers und die bekannten Yogapositionen im Vordergrund. Im Bhakti Yoga wiederum ist die Verehrung von Gott durch Singen und Beten am wichtigsten. Beim Karma Yoga hat der selbstlose Dienst am Nächsten die größte Bedeutung. Im Jnana Yoga geht es darum, richtiges (wirkliches) Wissen über die Welt und das Leben zu erlangen. Erwähnen sollten wir noch das Kundalini Yoga, die Erweckung der kosmischen Energie in jedem von uns und abschließend das Raj Yoga, wo acht Glieder oder Stufen des Yoga auf der Suche nach der Vereinigung praktiziert werden. Von allgemeinen ethischen Geboten, über Körperertüchtigung bis hin zu Konzentrations- und Meditationstechniken.

Von der Wortherkunft, dem Sanskrit-Wort yuj, bedeutet Yoga Einheit, Vereinigung, Verbindung. Die Verbindung zwischen der individuellen und der universellen Seele, dem großen Ganzen. So sagt es die Ahirbudhanya Samhita. Patanjali beschreibt Yoga folgendermaßen: Einheit (Yoga) besteht, wenn alle Aktivitäten des Geistes zur Ruhe kommen. Und wenn Du in der Bhagvad Gita nachliest, dann ist Yoga Balance, Ausgeglichenheit, Gleichmut.

Was also ist Yoga? Versuchen wir es so zu beschreiben: es tut gut, weil wir uns mit etwas verbinden, ob im Handstand mit unserem Körper (Asana) oder bei den Atemübungen (Pranayama) mit unseren Gefühlen. Oder aber in der Meditation die Erfahrung von Ausdehnung und Verbindung mit dem großen Ganzen machen.

In jedem Fall macht Yoga Freude, und Freude entsteht ganz individuell und einzigartig und auf unterschiedlichen Wegen, so unterschiedlich und verschieden wie wir Menschen eben sind. Wie also würdest Du für Dich Yoga beschreiben?